http://mirjamsoegner.com Mirjam Sögner, choreographer

MIRJAM SÖGNER

DANCER OF THE FUTURE

Regime des Posierens, des Sich-Zeigens. 

Schwarz-Weiß-Fotografien, die eine posierende Isadora Duncans zeigen bilden den Ausgangspunkt für diese Reihe von Körper-Exposés. Anstatt den natürlich-harmonischen Bewegungsfluss zu rekonstruieren, den Duncan in ihrem Manifest „The Dance of the Future“ beschreibt, werden die einzelnen Bild-Fragmente auf ihr queeres Potential hin untersucht. In poröse Oberflächen verwandelt, schimmern nun mehr als 2000 Jahre westlicher Darstellungstradition des weiblichen Körpers durch sie hindurch.  

Im Spannungsfeld zwischen dem erkennbar antiquierten Bewegungsvokabular und den zeitgenössischen Körpern zeigt sich der vermeintlich natürlich weibliche Gestus als kulturelles Konstrukt. Entkoppelt von Geschlecht, werden Mimik und Posen als erlernbarer und noch immer in Körper eingeschriebener Kodex dechiffriert.


Black and white photographs showing a posing Isadora Duncan mark the starting point for this duet. Instead of reconstructing the natural harmonic flow of movement described by Duncan in her manifesto „The Dance of the Future“, in this piece the single image-fragments are examined for their queer potential. Turned into porous surfaces, more than 2000 years of western tradition in depicting the female body start to shimmer through.

In the contrast between clearly-visible antiquated movement vocabulary and the contemporary bodies that perform it, the seemingly natural feminine gestures reveal themselves as a cultural construct. Uncoupled from sex and gender facial expressions and poses are deciphered as learnable codes imprinted into our Western Bodies.



KONZEPT / CHOREOGRAPHIE // Mirjam Sögner

PERFORMANCE // Luan de Lima da Silva (former - Gerard Reyes), Mirjam Sögner

MUSIK // Barney Khan

LICHT // Sandra Blatterer

DRAMATURGISCHE BEGLEITUNG // Maja Zimmermann

KOSTÜME // Mirjam Sögner


Gefördert von Stadt Salzburg, Land Salzburg und dem Österreichischen Bundeskanzleramt. Möglich gemacht durch die freundliche Unterstützung von Toihaus Salzburg, tanz_house Salzburg, SZENE Salzburg, D.ID Choreographisches Zentrum Burgenland, Tanzfabrik Berlin und Theaterhaus Berlin Mitte. Der erste Teil der Projektentwicklung wurde mit Hilfe des  Tanzstipendiums des Regierenden Bürgermeisters von Berlin – Senatskanzlei – Kulturelle Angelegenheiten realisiert und von den Sophiensälen Berlin koproduziert.

Besonderer Dank gilt Bruno Listopad, Gerard Reyes, Maja Zimmermann,  Anna Mülter, Tanzarchiv Leipzig, Helene Weinzierl, Jacopo Lanteri, Gabi Beyer...



SHOWS
> erste Version: Sophiensäle Berlin, Tanztage, 12 + 13. Januar 2016
> PREMIERE: 2 + 3. Februar 2017, Toihaus Salzburg
> 18. März, OHO Oberwart / AT
> 24. März, Arge Salzburg, Performancetage 


PRESSE

Tanznetz

... Was die Choreografin Mirjam Sögner und ihr Co-Tänzer daraus machen, ist über Strecken herausragend, intelligent und ziemlich komisch. Isadora Duncan, die Fließende, wird gequeert und gebreakt. In fein abgestoppten Bewegungen werden die Huldigung des Weiblichen, der Freude, der anmutigen Hingabe, des Religiösen und was sonst noch zum Duncan´schen Kanon gehört, mit feiner Ironie ausgestellt. Es ist ein rasend schneller Gang durch die 2000 Jahre Darstellungen des Weiblichen, die Duncan für ihren Tanz adaptierte. Am witzigsten ist ein stummer Tanztalk in dem das gesamte auf Fotografien und Filmen dokumentierte gestische Vokabular zum Einsatz kommt. Oh Halleluja.

Michaela Schlagenwerth // Berliner Zeitung 14.1.2016

Fotos: Fabian Uitz

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